Im Sommer 1986, gerade einmal 18 Jahre alt, zog ich nach München. Viel kannte ich noch nicht in dieser großen Stadt – aber einen Ort fand ich sofort: WOM in der Kaufingerstraße.
Dort begann alles. Stundenlang stand ich zwischen den Regalen, stöberte durch Neuerscheinungen, kaufte Platte um Platte und später auch stapelweise VHS-Kassetten. WOM wurde schnell mehr als nur ein Laden. Es war ein Treffpunkt, ein Zufluchtsort, ein Stück Zuhause in einer neuen Stadt.
Nur wenn es um Bestellungen ging, schickte ich sie dann doch lieber zu den echten Kollegen hinter dem Tresen.
Als später das „CD-WOM“ in der Sonnenstraße eröffnete, war ich dort so häufig, dass etwas Kurioses passierte: Kunden hielten mich regelmäßig für einen Mitarbeiter. Sie fragten mich nach Alben, Künstlern oder Abteilungen – und meistens konnte ich tatsächlich helfen. Ich kannte den Laden inzwischen wie meine eigene Westentasche.
Fotos aus dieser Zeit habe ich leider keine behalten. Geblieben sind stattdessen unzählige LPs und CDs – viele davon noch heute mit den originalen WOM-Preisschildern. Kleine Zeitkapseln einer Ära, in der ein Plattenladen mehr sein konnte als ein Geschäft: nämlich ein Lebensgefühl.