Als WOM nach Köln kam, war schnell klar, dass hier nicht einfach nur ein weiteres Schallplattengeschäft eröffnen würde. WOM war anders. Musik sollte nicht nur verkauft, sondern erlebt werden. Und dazu gehörten Menschen, Ideen und Veranstaltungen, die weit über das übliche Geschäft mit Schallplatten und CDs hinausgingen.
Schon die Eröffnung war ein Ereignis für sich. Mit dabei war Brigitte Nielsen, die für reichlich Aufmerksamkeit sorgte. Unterstützung kam auch aus München, unter anderem von Justin. Mehrere Flaschen Whisky gehörten offenbar ebenso zu diesem denkwürdigen Auftakt wie ein riesiges Eröffnungsbuffet, das von mehreren Köchen präsentiert wurde. Unter den Gästen befand sich auch ein damals noch weitgehend unbekannter Hape Kerkeling. Es war eine jener Veranstaltungen, bei denen sich bereits erahnen ließ, welchen Stellenwert WOM in der Kölner Musikszene einmal einnehmen würde.
Doch hinter einer erfolgreichen Filiale standen vor allem die Menschen. Gleich 16 Mitarbeiter waren damals bereit, ihren bisherigen Arbeitgeber Saturn zu verlassen und gemeinsam zu WOM zu wechseln. Ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis und zugleich eine wichtige Grundlage für den Aufbau der neuen Filiale. Aus Kollegen wurde eine Mannschaft, die nicht nur Musik verkaufte, sondern selbst mit Begeisterung dabei war.
Besonders in Erinnerung geblieben sind die außergewöhnlichen Veranstaltungen. Gemeinsam mit Hertie und Achim Göbel von der Kölner Illustrierten wurde auf einem Schiff der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt eine Benefizveranstaltung zugunsten der Drogenhilfe organisiert. Bands traten live auf einem Rheinschiff auf, damals noch eine ungewöhnliche Idee. Allein die erste Fahrt brachte einen Spendenerlös von 25.000 D-Mark ein. Ein schöner Beweis dafür, dass sich Musikbegeisterung und soziales Engagement hervorragend verbinden ließen.
Ein weiteres Spektakel war der Auftritt des Ensembles von Starlight Express. Die Künstler zogen vom Kölner Hauptbahnhof über die Hohe Straße und die Schildergasse bis zur WOM-Filiale. Ein außergewöhnlicher Auftritt mitten in der Kölner Innenstadt, der sicherlich nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern auch bei vielen Passanten in Erinnerung geblieben ist.
Natürlich gehörten auch Konzertbesuche, Begegnungen mit Künstlern und Einladungen der Musikindustrie zum Alltag jener Jahre. Neue Veröffentlichungen wurden gefeiert, Kontakte gepflegt und gemeinsame Erlebnisse geschaffen.
Eine ganz besondere Erinnerung blieb eine Reise nach Paris. Gemeinsam mit Janis Kleppers ging es auf Einladung zu einem Auftritt der französischen Sängerin Patricia Kaas. Flug und Hotelübernachtung an der berühmten Avenue des Champs-Élysées waren eingeschlossen. Ein Erlebnis, das auch Jahrzehnte später nichts von seinem Glanz verloren hat.
Und dann waren da all die Kollegen aus anderen WOM-Filialen, mit denen man über die Jahre verbunden blieb. Menschen aus Kiel, München, Frankfurt, Nürnberg und Berlin, die gemeinsam an einer Idee arbeiteten und aus WOM weit mehr machten als eine gewöhnliche Einzelhandelskette.
Wenn man heute auf diese Zeit zurückblickt, bleiben nicht nur die großen Veranstaltungen und prominenten Gäste in Erinnerung. Es sind vor allem die Menschen, die Begeisterung und das Gefühl, gemeinsam etwas Besonderes geschaffen zu haben.
WOM war ein Ort, an dem Musik gelebt wurde.